18. April 2024 von Volker Hirt
1990, dem Jahr der deutschen Wiedervereinigung, waren alle heutigen Ortsteile der Gemeinde
Unterwellenborn noch eigenständige Gemeinden oder besser gesagt fast alle. Reichenbach zum Beispiel,
viele Leute kennen diesen Ort in Unterwellenborn gar nicht, ist die nördliche Hälfte des heutigen Ortsteils
Langenschade und wurde schon 1968 mit dem südlich gelegenen Langenschade zur Gemeinde
Langenschade vereinigt.
Und die Gemeinde Goßwitz war schon seit 1950 mit Bucha und Saalthal-Alter eine Gemeinde.
Ab 1994 bildeten dann Unterwellenborn, Oberwellenborn, Langenschade und Dorfkulm eine
Einheitsgemeinde. Dieser Zusammenschluss kam auf Initiative von Unterwellenborn zustande, denn
Unterwellenborn wollte unbedingt einen hauptamtlichen Bürgermeister behalten. Dafür musste ein Ort
mindestens 3.000 Einwohner haben. Dies schrieb die Thüringer Kommunalordnung vor.
Auch Könitz und Kamsdorf haben damals Gespräche zur Gründung einer Einheitsgemeinde geführt. Man
wurde sich allerdings über den Hauptsitz nicht einig.
Schließlich kam es dann 1994 zur Gründung der Verwaltungsgemeinschaft Unterwellenborn, allerdings ohne
Kamsdorf. In einer Verwaltungsgemeinschaft sind alle Orte selbständige Gemeinden, nur die
Verwaltungsaufgaben werden gemeinschaftlich organisiert.
Aus der Verwaltungsgemeinschaft heraus kam es im Jahr 2006 zur Gründung der Einheitsgemeinde
Unterwellenborn
Vorausgegangen waren intensive Rangeleien zwischen den Orten einerseits und der Stadt Saalfeld
andererseits. Saalfeld wollte damals schon alle Orte bis zur Kreisgrenze in sein Stadtgebiet eingliedern.
Eine analoge Politik verfolgte auch Rudolstadt mit seinen östlich gelegenen Gemeinden. Doch kamen die
Einwohner dieser Orte dem Rudolstädter Zugriff zuvor und gründeten ab Mitte 2002 die Einheitsgemeinde
Uhlstädt-Kirchhasel.
In Saalfeld wollte man eine ähnliche Entwicklung unbedingt vermeiden. Und so hat man um die
Unterwellenborner Orte mit allerlei Mitteln „gebuhlt“. Es hat aber nichts genützt. Der Drang nach
Eigenständigkeit war stärker. Das Ergebnis des ganzen Hin und Her war nicht die Einstädterung nach
Saalfeld, sondern die Gründung der Einheitsgemeinde Unterwellenborn. Diese besteht nun seit dem 1.
Februar 2006 und 2019 kam auch noch Kamsdorf hinzu.